Grundlagen der Wärmebehandlung von Stahl
Stähle haben in unserer technischen Welt nach wie vor eine sehr große Bedeutung, nicht zuletzt wegen der Vielfalt ihrer Eigenschaften. Diese werden zum einen durch die Legierungselemente getragen und zum anderen durch geeignete und angepasste Wärmebehandlung eingestellt. Dadurch ist es möglich, Festigkeit, Härte, Zähigkeit und viele weitere Eigenschaften auf den jeweiligen Fertigungsschritt und die jeweilige Bauteilbeanspruchung abzustimmen. Um das Werkstoffpotential ausschöpfen zu können ist es notwendig, die grundlegenden Mechanismen der Abläufe und Strukturbildung im Werkstoff zu verstehen. Dabei gilt es zunächst den mikroskopische Aufbau mit der Art, Größe und Verteilung von Gefügeelementen und die im submikroskopischen Bereich ablaufenden Mechanismen auf atomarer Ebene zu begreifen. Mit dieser Grundlage lassen sich anschließend nahezu alle Wärmebehandlungsprozesse von den diffusionsgesteuerten Prozessen, den diffusionslosen Umklappvorgängen bis zu thermochemischen Randschichtbehandlungen verstehen. Bei der Wärmebehandlung von Bauteilen entstehen geometriebedingt Temperaturgradienten, so dass Gefügeveränderungen zeitlich und örtlich verschoben ablaufen. Viele Vorgänge der Wärmebehandlung sind mit Volumenveränderungen verbunden, die zu Spannungen und Verformungen führen können.
Das Ziel des Seminars ist es, die Grundlagen mit Blick auf die technische Wärmebehandlung und deren Verfahren zu vermitteln. Die Teilnehmer sollen ein Verständnis dafür bekommen, geeignete Wärmebehandlungen zu beurteilen, die Grenzen und Fehler zu erkennen und die Auswirkungen auf Funktionsfähigkeit oder Versagen von Bauteilen zu verstehen.
Das Seminar richtet sich an Ingenieure, Naturwissenschaftler und Techniker, die ihre Kenntnis erweitern, vertiefen oder auffrischen wollen. Das Seminar ist eine Schulung gemäß ISO 16949.
24.-26. Februar 2010, IWT-Bremen,
Leitung Prof. Dr.-Ing. Hans-Werner Zoch
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Gefüge und Metallographie metallischer Werkstoffe
Die Eigenschaften metallischer Werkstoffe werden wesentlich durch die Mikrostruktur mitbestimmt, die in der Regel erst im Mikroskop durch entsprechende metallographische Nachweisätzung sichtbar wird. Die Mikrostruktur, auch Gefüge genannt, umfasst das Gemenge der Kristallite, die Art, Größe und Form der verschiedenen Phasen, die Korngrenzen sowie die Defekte wie Einschlüsse und Poren. Insbesondere der Werkstoff Stahl mit seiner Vielzahl an möglichen Legierungszusammensetzungen lässt sich, auch bedingt durch die fast einzigartige martensitische Umwandlung, in einer großen Vielfalt an Gefügestrukturen gezielt einstellen.
Durch Herstellungs-, Fertigungs- und Wärmebehandlungsprozesse wird das Gefüge gezielt oder auch ungewollt verändert. Die metallographische Gefügekunde ist die Grundlage zum Erkennen und Verstehen der ablaufenden werkstoffkundlichen Vorgänge. Sie wird in weitem Umfang zur Qualitätssicherung und Schadensaufklärung eingesetzt und durch Härtemessung untermauert.
Im Seminar werden die Grundlagen der Metallographie vermittelt und die allgemeinen Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Gefügeelementen und deren Eigenschaften erklärt. Dabei wird sowohl auf die Funktionsweise als auch auf die Abbildungsmethoden im Licht- und Elektronenmikroskop eingegangen. Zur Ergänzung der Gefügebeurteilung werden Härteprüfung und -methoden erläutert. Abgerundet wird das Seminar durch praktische Vorführungen und Übungen im Labor.
Das Seminar richtet sich an Ingenieure, Naturwissenschaftler, Techniker und Werkstoffprüfer aus den Bereichen Entwicklung, Konstruktion, Fertigung, Werkstofftechnik und Qualitätssicherung, die ihre Kenntnis erweitern, vertiefen oder auffrischen wollen. Das Seminar ist eine Schulung gemäß ISO 16949.
8.-9. November 2010
IWT Bremen, Leitung PD Dr.-Ing. Brigitte Claussen
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Werkzeugwerkstoffe
Werkzeugwerkstoffe spielen eine zentrale Rolle in vielen Fertigungsketten. Als Werkzeug verarbeitet dienen sie der Formgebung von Stoffen durch Urformen, Umformen und Trennen. Daraus ergeben sich hohe Anforderungen an Festigkeit und Verschleißwiderstand auch bei erhöhter Temperatur oder chemischem Angriff. Für die Fertigung der Werkzeuge sind Eigenschaften wie gute Zerspanbarkeit und Polierbarkeit erwünscht.
Die Eigenschaften der Werkzeugstähle sind wie bei keiner anderen Stahlgruppe durch Wärmebehandlung und das sich einstellende Gefüge in sehr weitem Bereich variierbar. Dadurch ergibt sich ein erhebliches Opti-mierungspotenzial für die jeweilige Anwendung.
Das Ziel des Seminars ist, zunächst einen Überblick zu geben über die Vielzahl der Werkzeugstähle für die Kaltumformung, für die Warmumformung und für die Kunststoff-verarbeitung. Von Fachleuten aus Industrie und Wissenschaft werden nicht nur die grund-legenden werkstoffkundlichen Zusammenhänge vermittelt, sondern auch die praktischen Grenzen des Machbaren durch Anwendungsbeispiele und die Betrachtung der Schädigungsmechanismen aufgezeigt. Im Mittelpunkt des Seminars nehmen die Bereiche Wärmebehandlung, Randschicht-behandlung und Oberflächenbeschichtung den größten Anteil ein, um deren Bedeutung bezüglich der Beanspruchungsanpassung Rechnung zu tragen.
Das Seminar richtet sich an Ingenieure, Naturwissenschaftler und Techniker aus den Bereichen Entwicklung, Konstruktion, Fertigung, Werkstofftechnik und Qualitätssicherung.
Dezember 2010, IWT Bremen,
der genaue Termin wird noch bekannt gegeben








